Die Eröffnung am 14.12.2021 musste corona-bedingt leider sehr klein gehalten werden. Liesbeth Bakker, Inhaberin des Wuppertaler Projektentwicklungsbüros Ideaalwerk hat die Ausstellung konzipiert und mit ihren Partner:innen auf die Beine gestellt. Gemeinsam mit der Künstlerin und Forscherin Ute Zander präsentierte sie die Grundzüge des genial einfachen und daher sehr anschaulichen Konzeptes der Urheberin Kate Raworth.
Die Grundidee der Donut-Ökonomie: Die Menschheit hat einen Korridor, in dem sie gut wirtschaften kann. Dieser freie Korridor wird auf der einen Seite von den planetaren Grenzen gerahmt, die unbedingt einzuhalten sind, wenn wir nicht noch weitere gravierende Veränderungen auslösen wollen – hier geht es also um ein „Nicht Zuviel“). Andererseits müssen die Bedürfnisse aller Menschen auf der Erde erfüllt werden. Da geht es um ein „Nicht Zuwenig“.
Alle Teilnehmenden der Eröffnung nahmen die näheren Erläuterungen des Modells mit großem Interesse auf. Allerdings zeigte es sich auch, dass es noch eine große Kluft gibt zwischen der bildlich gemachten und sehr eingängigen Vorstellung des Donuts und den lokalen Herausforderungen, wie die Menschen sie etwa in den Quartieren Wichlinghausen und Oberbarmen zu bewältigen haben.
Aus meiner Sicht ergeben sich daraus einige wichtige Fragen:
- Wie schaffen wir es, diese Kluft zu überwinden zwischen der wirklich sinnvollen Zielvorstellung von Kate Raworth auf der einen Seite und den praktischen Problemen, die den Menschen an vielen Stellen – so auch in Wuppertal – auf den Nägeln brennen?
- Wer genau kann denn wofür wie angesprochen und gewonnen werden?
Ich halte es für sehr sinnvoll, in der nächsten Zeit gemeinsam mögliche Antworten auf diese Fragen zu finden. Das Jahr 2022 ist dafür sicher ein guter Zeitraum.
Die Freiwirtschaft wie einige andere alternative bzw. heterodoxe ökonomische Lehren und Konzepte können dazu wertvolle Beiträge leisten.
Holger Kreft, 19.12.2021
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