Der FJvD richtet sich neu aus

Im Jahr 2012 begann der damalige Pächter Andreas Bangemann damit, neue Ideen zur Vermittlung alternativer ökonomischer Gedanken und zur gesellschaftlichen Entwicklungsarbeit auszuprobieren. Er lud daher einen Künstler auf das Gelände des FJvD ein, um Kunstwerke im Wald zu installieren.

2013 ergab sich aus dem Kontakt von Andreas Bangemann zu Holger Kreft, dass die Idee des Lernorts auf das Gelände kam. Wandelbegeisterte Menschen sollten die Möglichkeit bekommen, ihre persönliche Weiterentwicklung und ihr Engagement für die Gesellschaft in Kombination möglichst ganzheitlich und weitgehend selbst zu organisieren. Das sollte mal spielerisch und absichtslos, mal künstlerisch-kreativ oder auch systematisch-gezielt geschehen können.

Parallel entwickelten Jonathan Ries und Daniela Saleth eigene Ideen. Sie riefen im Jahr 2014 ein Sommercamp ins Leben. Schnell verbanden sich die Idee der Sommercamps und des Lernorts. Noch zwei weitere Sommercamps wurden 2015 und 2016 abgehalten. Es zeigte sich jedoch, dass sie wegen ihres Aufwandes nicht dauerhaft zu tragen waren.

Seit Herbst 2016 finden zweimal pro Jahr die Mündener Gespräche unter der Regie der Sozialwissenschaftlichen Gesellschaft in Wuppertal statt.

Seit März 2020 macht uns allen die Corona-Pandemie zu schaffen. Die Auflagen, mit denen die Ausbreitung verhindert wird, erschweren direkte („analoge“) Kontakte, und natürlich wird auch die Arbeit der Tagungsstätte dadurch erheblich eingeschränkt. Selbstverständlich haben wir die Pandemie auch als Chance für Veränderungen thematisiert: das exponentielle Wachstum als Begreifensaufgabe, die Vielfalt der Reformideen, die umherschwirren und die Möglichkeit, dass durch Covid-19 ein Paradigmenwechsel befördet wird.

Die Aktiven probierten seit fast zehn Jahren eine Reihe von Vorgehensweisen, Formaten und Methoden aus, die letztlich auf die Etablierung alternativer Wohlfahrtsmodelle ausgerichtet sind und zugleich zu Vorstellungen von einem weitgehend selbstbestimmten Lernen passen. Die Schonung unserer Naturgüter wie auch die Herstellung gerechterer Lebensverhältnisse und die Sicherung des gesellschaftlichen Zusammenhalts sowie Freude am und Erfüllung durch das eigene Engagement stehen dabei im Vordergrund.

Wir richten unseren Blick ganz besonders auf die rahmensetzenden Strukturen und deren Vorannahmen, die gemeinwohlorientierten Theorien und Konzepte sowie unsere eigenen individuellen Glaubenssätze und Denkmuster. Wir überlegen, welche Bedeutung sie für unser Geben und Nehmen haben. Dadurch leisten wir mit dem FJvD einen Beitrag zur dringend notwendigen Transformation der Geld- und Finanzwirtschaft. Unsere bisherigen Angebote und Aktionen verdeutlichen, wie dies aussieht und künftig aussehen kann. Alle Betrachtungsweisen sollen sich dabei künftig noch mehr ergänzen.